Leibspeise Hühnchen: Einkaufen, Essen und Kochen im Hope Home

Einkaufen ist für Sarah und Joseph jedes Mal ein kleines Abenteuer. Gut sortierte, klimatisierte Supermärkte, wie wir sie kennen und schätzen, gibt es in den ländlichen Gegenden Tansanias – wie in Boma Ng’ombe – nicht. Einkäufe werden daher auf lokalen Märkten getätigt, die täglich ihren Standort wechseln. Und so müssen Sarah und Joseph an manchen Tagen zum nächsten Markt einfach eine mehr als einstündige Busfahrt inklusive Umsteigen auf sich nehmen.

Da es im Hope Home keinen Kühlschrank gibt und die Lebensmittel in der tansanischen Hitze schnell verderben, machen sich die beiden mehrmals pro Woche auf den beschwerlichen Weg. Sarah und Joseph achten stets darauf, den Kindern eine möglichst gesunde und ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Was in der Einkaufstüte landet, hängt allerdings davon ab, wie viel Geld sie gerade zur Verfügung haben. Am günstigsten sind Bohnen, Reis und Ugali, ein Getreidebrei aus Maismehl. Daneben gibt es regelmäßig Obst und Gemüse. Fisch, Fleisch und Eier dagegen zählen zu den teuren Lebensmitteln und stehen daher nur ausnahmsweise auf dem Speiseplan. Ein Kind in Tansania satt zu bekommen, kostet übrigens pro Tag durchschnittlich etwa 1.300 Tansania-Schilling – umgerechnet ca. 50 Eurocent.

Gekocht wird mindestens einmal, meist sogar zweimal täglich. Die älteren Mädchen im Hope Home helfen fleißig und leidenschaftlich dabei, für alle Kinder ein leckeres Essen zu kochen. Die Zubereitung ist aufwendig und dauert in der Regel mehrere Stunden. Die Leibspeise der Kinder ist übrigens auf den ersten Blick ganz ähnlich wie bei uns: Nudeln mit Hühnchen. Da die Zutaten hierfür teuer sind, wird das Leibgericht nur zu ganz besonderen Anlässen aufgetischt. Auch Toast und Marmelade gelten für die Kinder als absolute Highlights auf dem Speiseplan. Käse, Wurst und Butter stehen dagegen genauso wenig auf dem durchschnittlichen tansanischen Speiseplan wie Müsli und Brötchen. Traditionell wird in Tansania übrigens mit Fingern gegessen – und zwar mit der rechten Hand, da die linke als unrein gilt. Gespült wird nach dem Essen übrigens per Hand – und alle helfen fleißig mit.

Auch wir konnten bei unseren Besuchen vor Ort tatkräftig beim Kochen helfen. Denise ist besonders stolz auf ihren Eintopf aus Hühnerköpfen und -innereien und konnte bei ihrem letzten Besuch die Tansanier mit ihrem Hackfleischeintopf begeistern – trotz deren Verwunderung über die ihnen sehr suspekte Art der Zubereitung (Zitat: „Ich habe noch nie jemanden so kochensehen.“).

Hier haben wir euch einige Bilder und Informationen zu regionalem Obst, Gemüse, Gewürzen sowie traditionellen Gerichten zusammengestellt:

  • Bananen gehören zu den wichtigsten Lebensmitteln in Tansania und werden nicht nur frisch gepflückt und als Obst roh gegessen, sondern auch in der Sorte der Kochbananen auf verschiedenste Weise zubereitet: frittiert, geröstet, gegrillt oder gebraten.
  • Wir haben in Tansania zum ersten Mal eine rote Ananas gesehen, eine farbenfrohe, exotische Pflanze mit zartrotem Fruchtfleisch.
  • Die Jackfruit kann bis zu 35 Kilo schwer werden. Ihr milchiger Saft hat eine höchst klebrige Konsistenz. Sie schmeckt wie ein Mix aus Ananas und Banane – einfach köstlich!
  • Ugali ist ein Getreidebrei aus Maismehl, der relativ fest gekocht wird und der Konsistenz von Kartoffelklößen ähnelt. Er bildet die Grundlage der Ernährung, da er preiswert ist und sättigt. Er wird meist ungewürzt als Beilage zu Eintöpfen, Fisch oder Fleisch verzehrt. Detaillierte Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Ugali
  • Kitumba, geröstetes Brot, und Chapati, Fladenbrot, werden häufig am Straßenrand als Snack verkauft.
  • Mandasi sind kleine Teigbällchen, die Donuts ähneln.
  • Pilau ist ein Reisgericht, das mit vielen Gewürzen wie Nelken, Kardamom, Zimt und Pfeffer zubereitet und wahlweise mit Rindermagen gereicht wird. Möchtet ihr den Geschmack von Pilau selbst testen? Hier findet ihr ein Rezept https://www.africanbites.com/east-african-pelau/
  • Chipsi mayai: Aus Kartoffeln werden tansanische „Pommes“ gemacht, die dann mit Eiern, Karotten und Kraut in der Pfanne gebraten werden. Zu diesem Kartoffelomelette wird Pili-Pili – eine selbstgemachte scharfe Sauce – gegessen. Ansonsten wird häufig Kohlgemüse und Chillisauce gereicht: Genauere Informationen findet ihr hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Chipsi_mayai 
  • Samosa sind dreieckige, knusprig gebratene Teigtaschen aus einer Art Strudelteig. Sie sind gefüllt mit Kartoffeln oder Hackfleisch und werden an fast jeder Straßenecke als Schnellimbiss verkauft. Wollt ihr Samosas selbst kochen? http://www.tasteoftravel.at/samosas/

Was davon würde euch am besten schmecken?

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