Wasser für alle?

 

Wir sprengen unsere Rasen, wässern unsere üppigen Vorgärten, waschen regelmäßig unser Auto und gehen jeden Tag duschen. Im Schnitt verbraucht ein Deutscher dadurch rund 120 Liter Wasser am Tag, das entspricht etwa einer Badewannenfüllung. Wenn man das Wasser miteinberechnet, das für die Herstellung unserer Lebensmittel, sonstiger Güter oder Leistungen verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird, sind es täglich sogar über 5.000 Liter. Doch in den letzten Jahren zeigt sich auch bei uns: Unsere Wasservorräte sind nicht grenzenlos. Sinkt der Grundwasserspiegel zu stark, werden wir angehalten, Wasser zu sparen. Insbesondere der Klimawandel, der Ende Juni 2019 hier bei uns in Deutschland für Temperaturen an die 40 Grad Celcius gesorgt hat, macht uns das wieder bewusst.

Was bei uns bisher eher die Ausnahme war, ist im Hope Home Waisenhaus in Tansania nicht außergewöhnlich. Als unsere Vorständin Denise bei ihrer ersten Reise nach Tansania Sarah und Joseph kennen gelernt hat, war es genau das Thema Wasser, das sie dazu bewegt hat, Weltherz e.V. zu gründen: Weil Sarah und Joseph die Rechnung nicht bezahlen konnten, wurde ihnen das Wasser kurzerhand für einige Tage abgestellt. Um diese Grundbedürfnisse sicherzustellen und den Kindern im Hope Home ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, gründete Denise daraufhin unseren Verein Weltherz. Dieses Szenario können wir durch unsere Vereinsarbeit in Zukunft verhindern – auch mit Hilfe unserer zahlreichen Unterstützer, die im Rahmen unserer Weihnachtsaktion „Ein Monat ohne Sorgen“ genug Geld gespendet haben, um die Wasserversorgung für 2019 sicherzustellen. Dies kostet das Hope Home ca. 12 Euro pro Monat.

Zwar ist das Hope Home an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen, die afrikanischen Standards entsprechendes Trinkwasser zur Verfügung stellt. Doch das heißt nicht, dass dort immer Wasser aus dem Hahn kommt, wenn man ihn aufdreht. Denn das Wasser wird rationiert. Und auch wir von Weltherz haben es schon erlebt: Als Denise und Vanessa vor Ort waren, kamen nur ein paar Tropfen aus dem Hahn – und daran änderte sich drei Tage lang nichts. Deshalb haben sie direkt einen großen Wassertank aufgestellt, um solche Versorgungsengpässe zu überbrücken und für durchgängigen Zugang zu Wasser zu sorgen. Mit unserer Weihnachtsaktion „Ein Monat ohne Sorgen“ konnten wir für das Jahr 2019 die Wasserversorgung für alle 12 Monate sicherstellen.

Wasserversorgung in Tansania

Obwohl Tansania an die drei größten Seen des Kontinents Afrika grenzt, ist die Versorgung mit sauberem Wasser nach wie vor eine große Herausforderung. Sauberes Trinkwasser ist von der Vollversammlung der Vereinten Nationen als menschenrechtliches Gut anerkannt und unser aller Lebenselixier. Nicht nur, weil wir es trinken, sondern auch, weil es die Grundlage für unsere Gesundheit und Entwicklung ist. Denn das Vorhandensein von Wasser entscheidet über Krankheit oder Gesundheit.

Das im Hope Home verwendete Wasser bekommt unseren verwöhnten europäischen Mägen nicht so recht. Im Hope Home wird es zum Trinken, Kochen, Duschen und Putzen genutzt. Das Trinkwasser, das die Region Boma N’gombe und damit auch das Waisenhaus versorgt, hat jedoch einen sehr hohen Flourgehalt von 4,5 bis 10 mg / Liter. Gesundheitlich unbedenklich ist ein Fluorgehalt von 1,5 mg pro Liter. Zu viel Fluor verursacht Zahnverfärbungen, welche wir bei einigen Kindern des Hope Homes sehen können. Um den Fluorgehalt zu senken, hat das zuständige Ministerium bereits einige Maßnahmen ergriffen.

Im Vergleich dazu ist es kaum vorstellbar, dass wir so sauberes Wasser für unsere Toilettenspülung benutzen, dass wir glatt daraus trinken könnten…

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